Fliegenfischen

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Fliegenfischen

Auf dieser Seite wird das Fliegenfischen näher erklärt. Angefangen von der Ausrüstung bis zu den unterschiedlichen Fliegen.

Die Fliegenrute

Fliegenruten werden in unterschiedliche Klassen eingeteilt.

Einhandruten gibt es in den Klassen 3 bis 10. Lachsruten gibt es in den Klassen 10 bis 12.

Als Anfänger ist es sinnvoll, eine Rute der Klasse 6/7 zu wählen. Diese dient als „Allroundrute“.

Fliegenruten haben meist eine Länge von 2,40 m bis 2,70 m. Fliegenruten werden mit unterschiedlichen Griffen angeboten. Diese unterscheiden sich in Material und Form. Empfehlenswert ist ein Korkgriff.

Griff der Fliegenrute

Die Rolle

Die Fliegenrolle sollte nicht viel schwerer als die Rute sein und ausreichen groß, um mindestens 30 Meter Backingschnur unter der Fliegenleine aufnehmen zu können.

Vergleicht man eine Fliegenrolle mit einer Stationärrolle oder einer Multirolle ist diese im Vergleich eher einfach gebaut. Die Rolle beim Fliegenfischen dient hauptsächlich als Schnurspeicher und als Kontergewicht zur Fliegenrute. Die Fliegenrolle hat normalerweise keine Übersetzung, ausgenommen sind die Multiplier-Rollen. Das Material der Rollen reicht von Kunststoff über Aluminium bis hin zu edlen Hölzern. Auch Fliegenrollen gibt es salzwasserfest.

Fliegenrollen mit einer Bremse werden nur dann benötigt wenn der Drill über die Rolle erfolgt (Lachs- oder Salzwasserfischen), bei der „einfachen“ Fischerei auf Forellen ist eine Bremse nicht nötig, zum Bremsen wird einfach der Handballen gegen den Rand der Spule gedrückt oder der Fliegenfischer drillt den Fisch komplett von Hand. Wer sich jedoch für eine Rolle mit Bremse entscheidet, sollte auf die Funktion der Bremse achten. Ist die Bremse nicht „feinfühlig“ besteht die Gefahr eines Schnurrisses. Bremssysteme die einen großen Anfangswiderstand haben und dann die Schnur nur unter Rucken frei geben sind nicht zu empfehlen.

Die Fliegenschnüre

Fliegenschnur ist nicht Fliegenschnur. Fliegenschnüre werden in unterschiedlichen Klassen angeboten, diese sollten natürlich zur Rute passen.

Wer also eine Rute der Klasse 6/7 hat braucht also auch eine Schnur der Klasse 6 oder 7.

Weiterhin werden die Schnüre in schwimmende und sinkende Schnüre unterteilt, wobei die sinkenden Schnüre noch nach Sinkgeschwindigkeit unterschieden werden also schnell sinkend oder langsam sinkend.

Es können nicht nur durch die Schnurdicke sondern auch durch ihre Färbung Rückschlüsse auf die Schnurart gezogen werden. Schwimmende Schnüre gibt es in fast allen Farben, sinkende Schnüre sind eher in dunkleren Farben gehalten wie Braun, Grau oder Grün. Mittlerweile werden auch transparente Schnüre angeboten. Diese eignen sich eher für vorsichtige Fische.

Die Bezeichnungen auf vielen Schnüren sind in englisch. Sie finden zum Beispiel Angaben wie Fly Line, DT-6-F: 30 Yards. Das bedeutet nichts anderes als Fly Line = Fliegenschnur, DT (double tapered ) = doppelt verjüngt, Die Zahl benennt die Klasse, hier die Klasse 6, F (floating) = schwimmend, 30 Yards = 27 Meter.

Die englische Bezeichnung für das Schurprofil also die Schnurform ist ‚tapered’. Die unterschiedlichen Schnurprofile habe ich in der Grafik dargestellt.

Fliegenschnüre

1) DT= Double Taper:
Doppelt verjüngte Fliegenschnur, kann beidseitig verwendet werden. Durch den gleichbleibenden dünnen Schnurdurchmesser klatscht die Schnur nicht auf die Wasseroberfläche auf. Mit dieser Schnur lassen sich große Weiten erreichen.

2) WF = Weight Forward:
Mit dieser Schnur erreichen Sie weite Würfe. Durch die schwere Keule fliegt die Schnur sehr leicht. Auch Anfänger erzielen so große Wurfweiten.

3) LB = Long Belly:
Diese Schnurform gleicht der WF, nur die Keule ist dünner und länger.

4) TT =  Triangle Taper:
Spezial Taper hergestellt von der  Firma Lee Wulff. Durch die lange Keule kann so im Nahbereich gearbeitet werden.

5) ST = Shoot:
Der Schusskopf kommt dort zum Einsatz wo sehr weit geworfen werden soll oder wo nicht genug Platz ist, um die Schnur normal auf die gewünschte Distanz zu bringen. Der Schusskopf wird an der Running-Line befestigt.

6) Level L = Running - Line:
Die Running – Line wird zum Angeln mit dem Schusskopf genutzt. Durch die sehr dünne Schnur können große Wurfweiten erreicht werden.

Die AFTMA Klassen (American Fishing Tackle Manufactures) legen das Gewicht der ersten 30 Fuß (9,14 m) der Fliegenschnur fest.

Die AFTMA Klassen sind wie folgt unterteilt:
0 = 2,6 gr.
1 = 3,9 gr.
2 = 5,2 gr.
3 = 6,5 gr.
4 = 7,8 gr.
5 = 9,1 gr.
6 = 10,4 gr.
7 = 12,0 gr.
8 = 13,6 gr.
9 = 15,6 gr.
10 = 18,2 gr.
11 = 21,4 gr.
12 = 24,7 gr.
13 = 28,0 gr.
14 = 31,2 gr.
15 = 34,5 gr.

Hier nun einige Abkürzungen auf der Verpackung mit der passenden Übersetzung:
F ( floating ) = schwimmend
I (Intermediate) = langsam sinkend
S ( sinking ) = sinkend
FS (sink tip ) = Schwimmschnur mit sinkender Spitze
FI (intermediate Tipp ) = Schwimmschnur mit langsam sinkender Spitze

Das Vorfach zum Fliegenfischen

Im Handel werden sehr viele fertige Vorfächer angeboten. Natürlich gibt es sowohl schwimmende als auch sinkende Vorfächer.

Ein Vorfach besteht immer aus einem kraftübertragendem Teil (engl.: Butt-End) und einem Spitzenteil (Tippet-Section). Je nach Länge und Verjüngung der einzelnen Teile wird so der Einsatzzweck des Vorfachs festgelegt. Durch die Verjüngung des Vorfachs kann das Vorfach bis zur Fliege richtig abgerollt werden.

Zum Üben des richtigen Auswerfens sollte ein Stück Nylonschnur in 2,40 m Länge verwendet werden.

Fliegen

Der Fliegenfischer versucht mit seiner Fliege die natürliche Nahrung der Fische zu imitieren.

Es gibt im Leben der Insekten unterschiedliche Entwicklungsstadien. Vor der Eiablage der Insekten auf der Wasseroberfläche werden viele Insekten bereits Beute der Fische. Der Fliegenfischer nutzt in diesen Momenten eine Trockenfliege, um die auf der Wasseroberfläche treibenden Insekten zu imitieren.

Die meisten Insekten verbringen die erste Zeit nach dem Schlüpfen unter Wasser. Um dieses Insektenstadium zu imitieren nutzt der Fliegenfischer Nymphen oder Nassfliegen.

Es gibt im Handel eine riesige Auswahl an Fliegen, die es jedem Anfänger fast unmöglich macht einen Überblick zu bekommen. Zunächst unterscheidet man Nassfliegen und Trockenfliegen. Diese Fliegen werden an unterschiedlich großen Haken angeboten.

Fliegen zum Fliegenfischen

Zubehör zum Fliegenfischen

Auch hier gibt es im Fachhandel eine riesige Auswahl an Zubehör für den Fliegenfischer. Da nicht alles unbedingt von Anfang an benötigt wird stelle ich hier eine Art Grundausrüstung zusammen . Diese Artikel erleichtern das Fliegenfischen ungemein.

Das richtige Auswerfen

Es gibt im Handel und im Internet sehr viele verschiedene Anleitungen, um das Werfen zu erlernen. Ich habe einige dieser Anleitungen gelesen und war am Ende noch unsicherer als zuvor. Ich empfehle eine Fliegenfischerschule. Dort ist das Üben zwar nicht kostenlos aber man bekommt eine professionelle Anleitung und meist viele zusätzliche Tipps zum Fliegenfischen. Unter der Rubrik Links habe ich einige Fliegenfischerschulen zusammengestellt.

So sieht die fertig montierte Fliegenrute aus.

Montierte Fliegenrute