Graskarpfen angeln

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Angeln auf Graskarpfen

Der Ursprung der Graskarpfen liegt in Asien. In den 6oer Jahren wurde die Art von Vereinen und Verbänden unter dem Ziel der Gewässerpflege in Deutschland und ganz Europa angesiedelt. Die reinen Vegetarier vertilgen, an einem einzigen Tag, bis zu 120% ihres eigenen Körpergewichtes in Form von Kraut, Schilfsprossen und Wurzeln. Graskarpfen sind also wahre Unterwasser-Rasenmäher!

Graskarpfen Angeln

Mittlerweile ist man jedoch der Meinung dass es eigentlich ein Fehler war die Graskarpfen anzusiedeln. Durch das massenhafte Fressen, Verdauen und Ausscheiden regen sie nämlich den Pflanzenwuchs eines Gewässers umso mehr an. Noch vor 10 Jahren nahm man in Biologenkreisen an das geschaffene "Problem“ würde sich von selbst lösen. Die Graskarpfen wurden schließlich unter den Annahme, das sie sich in deutschen Gewässern nicht fortpflanzen können, importiert. Graskarpfen galten als nicht reproduktionsfähig weil die Art zum Laichen 22-29C° Wassertemperatur über einen längeren Zeitraum benötigt. Solche Wassertemperaturen treten selbst im deutschen Hochsommer nicht über einen längeren Zeitraum auf. Welch „toller Irrtum“ das doch war kann man im Hochsommer, in flachen Bereichen von Altwassern und Torfstichen, bewundern. Denn woher, wenn nicht durch natürliche Reproduktion, stammen die vielen halbwüchsigen Graskarpfen von 5 bis 8 Kilo? Aus Besatzmaßnahmen der 60 er Jahre sicherlich nicht !!

Was man beim Graskarpfen Angeln erwarten kann

Gewichte von 18 Kilo und Längen von über einem Meter sind wohl eher die Regel als eine Seltenheit. Graskarpfen mit einem Gewicht von 35 Kilo und einer Länge von 130 cm werden regelmäßig in Deutschland gefangen. Wer weiß was da noch in den Altwassern, Flüssen und Seen in Deutschland fröhlich munter das Kraut vertilgt. Mit immer neuen Rekorden in Länge und Gewicht ist also zu rechnen.

Graskarpfen

Tackle zum Graskarpfen Angeln

Ruten zum Angeln auf Graskarpfen:
Zu empfehlen sind Ruten ab einem Wurfgewicht von 2,75 Lbs. Aber auch Ruten von 3,5 Lbs sind zum Angeln auf Graskarpfen geeignet da man mit einer solchen Rute auch Bereiche, wie das Angeln im Fluss, abdecken kann. Im Fluss wirken gewaltige Kräfte auf die Angel wenn ein Graskarpfen an der Steinpackung beißt und seine Körpermasse noch zusätzlich geschickt in die Strömung stellt. Bei der Rute zum Angeln auf Graskarpfen gilt also „Lieber zu stark, als zu schwach“.

Rollen zum Angeln auf Graskarpfen
Robuste Modelle mit einer starken Achse sind, wie auch beim normalen Karpfenangeln, wichtig. Die Bremse sollte bei den oftmals sehr schnellen Fluchten der Graskarpfen ein durchgehendes Freigeben der Schnur ermöglichen. Wenn die Schnur nur ruckartig ablaufen kann wird man im Drill sogut wie jeden größeren Graskarpfen verlieren. Ob man eine Stationärrolle oder Freilaufrolle zum Angeln auf Graskarpfen bevorzugt bleibt jedem Angler selbst überlassen. Eine gute Rolle zum Graskarpfenangeln beginnt ab Modellen der Größe 4500 aufwärts.

Angeln mit der richtigen Schnur

Eine monofile Schnur der Stärke 0.33mm mit 6-10 Kilo Tragkraft sollte beim Angeln auf Graskarpfen nicht unterschritten werden. Bei der Schnurwahl sollten man die Gewässereigenschaften berücksichtigen. Angelt man an einem See, in dem der Graskarpfen nicht in viele Hindernisse schwimmen kann, ist man mit einer durchgehenden 33er monofilen Schnur dieser Stärke gut beraten. Angelt man jedoch nah an Hindernissen wie Seerosenfeldern, Krautbänken oder Schilfinseln auf Graskarpfen, so verwendet man besser eine sogenannte Schlagschnur mit einem Verbindungsknoten zur Hauptschnur.

Bei der Art der Schlagschnur (Ob Monofile oder Geflecht) ist folgend abzuwägen:
Ist viel Gehölz im Wasser verwendt man ca. 30 Meter stärkere monofile Schnur mit einem Durchmesser von 0.40 bis 0.45mm. Diese schneidet sich beim Drill des Graskarpfen nicht so leicht in die Äste unter Wasser.
Kommt kaum oder sehr wenig Gehölz in der Nähe des Angelplatzes vor, dafür aber viel Kraut und Seerosen ist eine geflochtene Schlagschnur von Vorteil. Der Durchmesser ist bei einer geflochtenen Schnur (wie z.B. Dynema) mit 18 bis 20 mm genau richtig. Der Vorteil der geflochtenen Schnur beim Angeln auf Graskarpfen im Unterwasserdschungel ist das sie sich im Drill wie eine Säge durch das Kraut und die Seerosen schneidet.

Beim Kauf sollte man darauf achten das die Schnur sinkend ist.

Montagen für Graskarpfen

Zu verwenden sind alle gängigen Selbsthakmontagen, wie beim normalen Karpfenangeln auch. Als Vorfachmaterial kommen geflochtene sowie Flourocarbon-Schnüre zum Einsatz. Diese sollten beim Angeln auf Graskarpfen eine Tragkraft von 14 Lbs nicht unterschreiten.

Beim Angeln auf Graskarpfen sollte man auf dünndrahtige Qualitäts-Karpfenhaken der Größe 2-8 setzen. Hakentypen, wie der Wide Gape von Korda, haben sich bei dem harten Maul des Graskarpfen besonders bewährt. Dieser Haken ermöglicht ein gutes Eindringen und bringt auch die nötige Stabilität mit.

Jahreszeit zum Graskarpfen Angeln

Auf Graskarpfen lässt es sich sehr gut in den Sommermonaten angeln. Allgemein gilt die Befischungszeit von Mai bis September als geeignet. Doch die wärmsten Monate im Jahr, wie der Juli und der August, haben sich als wahre „Graskarpfen-Monate“ herauskristallisiert. In dieser Zeit lassen sich bei der richtigen Platzwahl wahre Sternstunden feiern. So manch schlaflose Nacht ist nicht ausgeschlossen!

Der richtige Angelplatz

Platzwahl im See:
Befischen sollte man die krautigeren, flachen Abschnitte eines Sees. Stellen an Schilfinseln und Seerosenfeldern haben sich auch als besonders ergiebig erwiesen.

Platzwahl in Altwassern, Panzergräben und Torfstichen:
Hier hat der Angler oft die Qual der Wahl, da meist ein gleichmäßiger Pflanzenbewuchs, sowie eine durchgehende Tiefe von 1-3 Meter am Gewässer vorzufinden ist. Achten sollte man bei der Platzwahl besonders auf an der Oberfläche fressende Graskarpfen in Seerosen- und Krautfeldern. Wenn dies der Fall ist sieht man sehr oft pulsartige, kleine Wellen aus dem Wasserbewuchs kommen. Dies lässt auf fressende Graskarpfen schließen. Eine sogenannte Polarisationsbrille aus dem Angelfachmarkt bricht die Spiegelung der Wasseroberfläche und hilft somit bei der Sichtung.

Platzwahl am Fluss:
Die Graskarpfen im Fluss halten sich gerne und vermehrt an bewachsenen Steinschüttungen und in Buhnenfeldern auf. Hier „ernten“ die Graskarpfen den Unterwasserbewuchs von den Steinen ab. Genau solchen Plätze sollte man zum Angeln auf Graskarpfen bevorzugen. Auch flache Häfen mit Krautbewuchs sind „Hot Spots“ zum gezielten Angeln auf Graskarpfen. Anders wie im See oder im Altwasser ist es jedoch im Fluss sehr schwer, die Fische auf längerer Zeit am Futterplatz zu halten, da die Graskarpfen immer weiterziehen werden und nicht so einfach von der "gewohnten Route" abzubringen sind. Dies gelingt nur durch das massenhafte Einbringen von Futter. 70-80 KG Mais und 10 Kg Boilies an einem Tag ist hier eine grobe Hausnummer.

Köder zum Angeln auf Graskarpfen

Mais ist der Grundstein zum erfolgreichen Aufbau eines Futterplatzes. Seine Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen. Der Futtermais ist sehr günstig zu bekommen. Bei örtlichen Bauern oder im Reifeisenmarkt in der Nähe für meist unter 10€ für 25 KG Hartmais. Das ergibt dann in gekochter Form, ca. 40-70 Kg, je nach Korngröße. Der Mais sollte vor dem Kochen eine Nacht in Wasser vorgequollen werden um die Kochzeit zu verringern und seine Ergiebigkeit zu erhöhen. Ein Einkochautomat hat sich sehr gut bewährt. Dieser bringt das nötige Volumen um den gesamten Mais für einen Futtertag auf einmal abzukochen.

Extra Tipp 1:
Nach dem Kochen das Wasser abschütten und den heißen Mais mit einem ordentlich Spritzer „LMPSE“ oder ähnlichem Sweetner aus dem Karpfenbereich überschütten, durchrühren und abkühlen lassen. Auch süße "Bait - Booster", falls nicht vorhanden auch Vanillezucker oder Honig haben sich in der Praxis bereits bewährt. Bitte aber keine Flavours zum Mais geben, die duften je nach Geschmack zwar süß, wirken im Futter aber BITTER!!

Extra Tipp 2:
Wenn die Graskarpfen nach einigen Fängen eher scheu auf den Mais reagieren und somit auch die Fangmenge deutlich nachlässt, versucht man eine Futteraktion mit Maissprossen. Den nicht gekochten Mais auf ein feuchtes ausgebreitetes Betttuch legen und mit einem anderen Betttuch überdecken. Dieses Paket zwei bis drei Tage feucht halten und wenn sich die weißen Sprossen zeigen, hat man ein außergewöhnlich gutes "neues" Futter für die Graskarpfen. Der nächste Vorteil vom Futtermais ist ganz klar, man braucht weniger Menge an teuren Boilies.

Boilies für Graskarpfen:
Hauptsächlich süße Sorten auf Maismehl oder Vogelfutterbasis verwenden. Sorten wie Bannana Birdy, Erdbeere, Ananas oder Tutti Frutti haben sich besonders bewährt. Die Hauptsache ist aber: Süß und nicht auf Fischmehlbasis! Die Wirkung von einem zum Boilie passenden Pop Up oder Dip ist nicht ausser acht zu nehmen.

Aufbau des Futterplatzes:
Der Platz ist gefunden, der Mais gekocht, nun geht es endlich ans Anfüttern. Da wir ja wissen, das der Graskarpfen 120% von seiner Körpermasse an einem Tag vertilgt, darf man auch gerne üppiger anfüttern.
Ich füttere immer in folgenden Anteilen 2-0-1–1-A Eine gute Futteraktion geht für mich also über mindestens 3 Tage.
2: Am ersten Tag füttert man 10 – 15 Kg Mais, verstreut in einem 20-40 Meter Radius und zusätzlich 1 Kg Boilies.
0: Pausentag, die Graskarpfen sollen Vertrauen gewinnen und den Platz "Leerräumen".
1: Nach dem Pausentag halbiert man die Menge auf 6 Kg Mais und 500 Gramm Boilies. Man sollte darauf achten das man den Platz zu den Ruten hin zusammenzieht und nicht zu großflächig anfüttert. (Radius je Rute nun ca. 10 Meter.)
1: Das selbe gilt auch für den nächsten Futtertag.
Angeln: Am dem Tag, an dem man dann Angeln möchten, halbiert man die letzte Menge nochmals und füttern immer nach gefangenen Graskarpfen etwas nach. Weniger ist nun oft mehr!

Beißverhalten und Drill des Graskarpfen

Beim Biss schwimmt der Graskarpfen gerne auf das Ufer zu. Swinger, zusätzlich zu den Bissanzeigern, sind also Pflicht um auch die Fallbisse angezeigt zu bekommen. Nach dem Anschlag schwimmt der Graskarpfen häufig erstmal zum Angler hin. Achten sollte man darauf immer den Kontakt zum Graskarpfen zu halten, zu Kurbeln und ihn unter meist nur leichter Gegenwehr ans Ufer zu holen. Die Bremse ist aber IMMER so eingestellt dass der Graskarpfen bei Bedarf Schnur nehmen kann.

NUN ACHTUNG: Vor dem Ufer wird dem Graskarpfen wohl doch erst klar, was da nicht stimmt und gewaltige Fluchten von meist über 30 Meter können folgen. Also immer Bremse auf Zug eingestellt lassen. Damit der Graskarpfen bei seiner meist spektakulären Flucht, auch Flüchten kann und nicht abreißt oder ausschlitzt, sollte die Bremse nicht zu hart eingestellt werden.

Viel Erfolg mit dieser Anleitung, und ein kräftiges Petri Heil Liebe Angelfreunde.