Karpfenangeln – Köder, Montagen und Tipps vom Profi

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Karpfenangeln – Köder, Montagen und Tipps vom Profi

Karpfenangeln mit wenigen Worten zu beschreiben ist kaum möglich. Die taktischen Überlegungen an welcher Stelle man mit welchem Köder und welcher Montage einen Karpfen an die Angel locken kann. Das Gefühl die Angelruten ideal ausgelegt zu haben und der Nervenkitzel wenn die Spitze der Karpfenangel zittert und daraufhin ein kräftiger Run des Karpfens folgt. Die pure Kraft, die der Karpfen beim Drill entfaltet und das Gefühl der Entspannung wenn sich der Kescher um dem Karpfen schließt, das ist Karpfenangeln.

Karpfen im Kescher

Doch gibt es auch viele Angler, die tagelang am Angelsee sitzen und keinen Karpfen an den Haken bekommen. Häufig liegt dies nur an Details, die den Erfolg beim Karpfenangeln ausmachen. Ist es die nicht ideal ausgelegte Karpfenmontage, der unpassende Karpfenköder oder die falsche Stelle an der den Karpfen nachgestellt wird.

Karpfenangeln am See

Im Folgenden Artikel möchten wir sowohl die Grundlagen des Karpfenangelns, aber auch viele Tipps und Kniffe aus unserer Erfahrung vermitteln. Seien es unkonventionelle Karpfenköder, die den Unterschied ausmachen können oder Angelmontagen, die fast in Vergessenheit geraten sind.

Ausrüstung zum Karpfenangeln

Zum Karpfenangeln gibt es sehr viel Zubehör, welches es dem Angler einfacher macht, was aber nicht unbedingt notwendig ist. Im Folgenden gehen wir nur auf das grundlegende Tackle zum Karpfenangeln ein:

Karpfenrute
  • • mittleres Preissegment bei 35 bis 80€
  • • Länge von 2,70 bis 3,30 Meter
  • • Wurfgewicht liegt 50 bis 100 Gramm
  • • Weiteres zu Angelruten ->hier
Karpfenrolle
  • • Mittleres Preissegment bei 40 bis 90€
  • • Stationärrolle
  • • Schnurfassung ca 200 Meter (0,35 monofile Schnur oder 0,2 geflochtene Angelsehne)
  • • Freilaufrolle vorteilhaft
  • • Front- oder Heckbremse
  • • Weiteres zu Angelrollen ->hier
Rotpot
  • • für mindestens 2 Angelruten
  • • stabile Ausführung
  • • mit breitem Stand
  • • verankerbar
  • • alternativ auch Erdspieße als Rutenhalter verwendbar
  • • Weiteres zu Rotpots ->hier
Bissanzeiger
  • • Elektrische Bissanzeiger für längere Ansitze
  • • Swinger, Posen oder Waggler für kürzere Ansitze
  • • Spritzwasserfest (auch bei Regen verwendbar)
  • • Weiteres zu Bissanzeiger ->hier
Karpfenkescher
  • • Großmaschiges Netz
  • • Große Öffnung
  • • Karpfenkescher, Raubfischkescher ungeeignet
  • • Weiteres zu Kescher ->hier
Abhakmatte
  • • Ausreichende Größe

Karpfenköder der Profis

Beim Karpfenangeln spielt die Auswahl des Köders eine entscheidende Rolle. Zu beachten sind mehrere Aspekte um den passenden Karpfenköder für den Angeltag auszuwählen.

Köder zum Angeln auf Karpfen

Köder, die die Karpfen kennen sind häufig eine gute Basis. Wird beispielsweise an einem Angelsee sehr viel mit Boilies geangelt und Boilies auch zum Anfüttern verwendet, so haben sich die Karpfen so an diesen Köder gewöhnt, dass man beim Karpfenangeln an diesem See sein Glück mit Boilies versuchen sollte.

Boilies als Karpfenköder

Beim Karpfenangeln an sehr naturnahen Seen, an denen sehr wenig geangelt wird, bieten Köder, welche die Karpfen auch als natürliche Nahrung zu sich nehmen gute Fangaussichten. Speziell Tauwürmer, Maden und Schnecken können an solchen Gewässern der Geheimtipp sein.

An Angelseen mit Kiosk, an denen die Besucher Enten und Karpfen häufig mit Brot oder den restlichen Pommes füttern, können Brotkrumen oder vorfrittierte Pommes aus dem Supermarkt der Karpfenköder mit Erfolg sein.

Beim Angeln auf Karpfen an Gewässern mit einem sehr hohen Angeldruck, an denen die Karpfen hinter jedem Maiskorn und jedem Boilie einen Angelhaken vermuten sollte man sehr kleine, naturnahe Köder wie Fischfiletstücke oder Tauwürmer verwenden.

Bei allen Empfehlungen an Karpfenködern sollte man als Angler häufig den Köder wechseln und nicht auf einen Karpfenköder verharren. Auch wenn an einem Angeltag Mais extrem erfolgreich ist, kann schon am Folgetag der Mais von den Karpfen ignoriert werden. Als Angler kann man beim Karpfenangeln mit den Ködern experimentieren und auch unkonventionelle Köder wie Frolic, gebratenes Fleisch, Ananas, Käse oder Obst ausprobieren.

Häufige Karpfenköder sind beispielsweise:

Boilies Einfache Handhabung, halten lange am Haar, fängig
Mais günstig, Allroundköder, erfolgreich im trübem Wasser
Tauwürmer Allroundköder für Karpfen, Aal, Brassen, Barsch und Forellen
Maden Wie Tauwürmer sehr fängig
Kartoffeln
Frolic Frolic-Ringe (Hundefutter)
Tigernüsse
Brotkrumen Oberflächenköder, erfolgreich an heißen Sommertagen
Pommes Vorfrittiert aus dem Supermarkt, halten gut am Haken, sehr fängig
Kichererbsen
Käsewürfel
Kirschen
Rosinen
Banane
Erdbeeren

Montagen zum Karpfenangeln

Bei der Auswahl einer geeigneten Montage zum Karpfenangeln stehen dem Karpfenangler die folgenden vier Montagen zur Wahl. Die Laufbleimontage, die Festbleimontage, die Feedermontage und die Posenmontage.

Laufbleimontage: Beim Karpfenangeln ist die Laufbleimontage wohl die am häufigsten verwendete Montage. Die Hauptschnur wird durch ein Blei (20 bis 40 Gramm) geführt und über eine Gummiperle und einen Wirbel am Hakenvorfach befestigt. Den genauen Aufbau findet man hier. Beim Biss eines Karpfens kann der Fisch die Schnur durch das Laufblei hindurchziehen und spürt kaum einen Widerstand. Man kann nun in Ruhe den Anschlag setzen und den Karpfen drillen. Die Laufbleimontage ist die Standartmontage beim Karpfenangeln.

Festbleimontage: Die Festbleimontage - auch Selbsthakmontage genannt - ist ähnlich aufgebaut wie die Laufbleimontage. Der Unterschied besteht nur darin, dass das Blei nicht frei laufend sondern fest auf der Hauptschnur montiert ist. Nimmt der Karpfen nun den Köder auf und schwimmt einige Zentimeter sorgt das meist um die 100 Gramm schwere Blei dafür, das der Haken in das Maul des Karpfens sticht. Der Karpfen erschrickt und tritt die Flucht an, dadurch wird der Haken durch das Gewicht des Bleies tief in das Fleisch getrieben und der Karpfen „hakt sich selbst“.

Feedermontage: Die Feedermontage zum Karpfenangeln ist ähnlich aufgebaut wie die Laufbleimontage. Anstatt des Bleis wird jedoch ein Futterkorb verwendet, der mit speziellem Feederfutter gefüllt wird, das sich auf dem Grund in wenigen Minuten aus dem Futterkorb löst und eine Futterstelle am Gewässergrund erzeugt. Durch das regelmäßige Füllen des Futterkorbes und Auswerfen an immer dieselbe Stelle wird der Futterplatz am Gewässergrund größer und entfaltet eine starke Lockwirkung auf die Karpfen. Weitere Informationen zum Feedern findet man hier. Auch wenn das Feedern auf Karpfen nicht unbedingt für den unerfahrenen Angler geeignet ist, so kann der Angler mit etwas Übung beim Karpfenangeln mit Futterkorb sagenhafte Ergebnisse erzielen.

Posenmontage: Beim Karpfenangeln mit der Posenmontage wird der Karpfenköder am Gewässergrund angeboten. Die Pose wird hier lediglich zur Bissanzeige verwendet. Informationen zum Aufbau der Posenmontage findet man hier. Die Posenmontage ist eine sehr feine Karpfenmontage, die meist mit Bleigewichten von 3-5 Gramm auskommt. Ihre Stärke kann die Posenmontage besonders beim ufernahen Karpfenangeln und beim Karpfenangeln im Winter beweisen. Auch sehr vorsichtige und kapitale Karpfen lassen sich mit der Posenmontage häufig gut überlisten. Die Schwächen der Posenmontage liegen bei der geringen Wurfweite, die durch das fehlende Bleigewicht verursacht wird.

Karpfenangeln im Winter

Beim Karpfenangeln im Winter muss man auf das geänderte Verhalten der Karpfen eingehen. Im Winter halten sich die Karpfen in tiefen Gewässerabschnitten auf. Dort stehen sie fast regungslos am Grund und versuchen ihr Kräfte zu sparen. Der Stoffwechsel ist in dieser Zeit sehr reduziert und das Herz macht nur wenige Schläge in der Minute.

In dieser Zeit nimmt der Karpfen nur sehr wenig Nahrung in kleinen Portionen auf. Zudem ist er auch sehr vorsichtig und scheu. Im Winter ist die Posenmontage die Montage der Wahl beim Karpfenangeln. Bei nur einem sehr kleinem Haken und wenigen Maiskörnern oder einem Stück Tauwurm hat man gute Chancen einen Karpfen an den Haken zu bekommen.

Im folgenden Video haben wir die Grundlagen zum Karpfenangeln im Winter zusammengefasst.

Als Angelplatz sollte man im Winter solche Stellen bevorzugen, an denen das Wasser sehr tief ist. Weiter sollte man auch beachten das ein Drill für den Karpfen im Winter eine enorme Kraftanstrengung ist, und deshalb versuchen besonders schonend mit dem Fisch umzugehen. Eine Abhakmatte ist in dieser Jahreszeit unbedingt erforderlich.