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Karpfenangeln ist ein sehr komplexes Thema. Ich möchte hier die Grundkenntnisse über diese Angeltechnik vermitteln und Anfängern so die Möglichkeit bieten mehr über das Karpfenangeln zu erfahren, ohne gleich durch eine Vielzahl von Fremdwörtern und Fachbegriffen abschreckend zu wirken. Einige Fachausdrücke lassen sich allerdings nicht vermeiden. Diese werde ich dann selbstverständlich erklären.
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Ruten:
Eine gute Karpfenrute ist nicht günstig. Aber auch hier möchte ich sagen: Qualität hat ihren Preis. Ich würde nicht nur Ruten einer Marke kaufen weil diese gerade modern sind. Vielmehr sollten Qualität und Verarbeitung im Vordergrund stehen. Bei günstigen Ruten minderer Qualität erlebt man beim ersten Drill oftmals eine böse Überraschung. Die Rutenlänge sollte zwischen 9 und 13 Fuß also 2,70 bis 3,90 Metern liegen; je nach Einsatzgebiet. Ein weiteres Kriterium ist die Aktion der Rute. Es gibt einfach unterteilt die Fast Taper schnelle Aktion Krümmung im oberen Rutendrittel und die Compound Taper hier ist die Rutenkrümmung bis zum Handteil. Vorteil der Fast Taper sind große Wurfweiten, Nachteil ist das Drillverhalten in Ufernähe, da diese Ruten die Flucht der Fische schlechter abfedern. Bei der Compound Taper ist der Drill unproblematischer, was allerdings zu Lasten der Wurfweite geht. Es gibt im Handel aber auch Ruten die beide Eigenschaften vereinen und so einen Kompromiss bieten. Die Wahl der richtigen Rute ist zeitaufwändig. Hier noch eine kleine Hilfe, um das Wurfgewicht leichter zu erfahren:
2,00 lbs. 50-60 g.
2,25 lbs. 60-70 g.
2,50 lbs. 70-80 g.
2,75 lbs. 80-90 g.
3,00 lbs. 90-100 g.
3,50 lbs. 100-120 g.
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Rollen:
Auch hier sollte die Qualität und nicht der Preis vordergründig sein. Lieber eine teurere gute Rolle als ein schlecht verarbeitetes Billigprodukt. Die Karpfenrolle wird beim Drill sehr stark beansprucht. Deshalb muss die Rolle robust und stabil sein. Des weiteren sollte die Rolle ausreichend Schnur aufnehmen können. Als Rollentyp kommen Stationärrollen oder Freilaufrollen zum Einsatz. Der Freilauf ist allerdings kein Muss. Hier hat jeder Karpfenangler seine Vorlieben.
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Schnur:
Die Schnur muss abriebfest sein, die Tragkraft liegt zwischen 10 und 15 lbs. In bestimmten Situationen sollte eine Schlagschnur verwendet werden. Dazu werden die ersten 5 bis 25 Meter eine geflochtene Schnur angebracht. Die Schlagschnur wird also zwischen Vorfach und Hauptschnur montiert. Die Tragkraft der Schlagschnur liegt höher als die Tragkraft der Hauptschnur. Aufgabe der Schlagschnur ist, das Reißen der Hauptschnur beim Auswerfen zu verhindern. Dies geschieht, wenn mit einem schweren Blei und einer dünnen Hauptschnur auf große Distanz gefischt wird.
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Vorfach:
Für das Vorfach sollte geflochtenes Material genutzt werden. Eine gebräuchliche Stärke ist 10 – 25 lbs. Die Vorfachlänge kann zwischen 10 cm und 50 cm liegen. Übliche Vorfachlänge ist 20 bis 30 cm. Auch hier hat jeder seine eigenen Vorlieben.
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Wirbel:
Als Wirbel sollte ein Tönnchenwirbel montiert werden. Auch das Verwenden von Karabinerwirbeln oder Snap Link´s ist zusätzlich möglich.
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Haken:
Wie bei jeder anderen Fischart auch, gibt es für Karpfen spezielle Haken. Entweder werden mit den Haken selbsthergestellte Vorfächer genutzt oder es werden fertige gekauft. Es gibt unterschiedliche Haken die sich durch Größe und Form unterscheiden. Jeder Karpfenfischer hat seine eigene Hakenmarke oder Form die er bevorzugt.
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Blei:
Es gibt im Handel viele unterschiedliche Karpfenbleie. Je nach Angelmethode kommen Bleie zwischen 50 und 200 Gramm zum Einsatz. Diese unterscheiden sich dann durch Form und Farbe. Hier einige Beispiele:
Carp-Bomb:
Das ist eines der bekanntesten Karpfenbleie. Es gibt dieses Blei in einer Torpedo- oder Birnenform. Dieses Blei ist für die meisten Situationen bestens geeignet.
Weitwurfblei:
Wie der Name schon sagt, ist dieses Blei speziell auf eine große Wurfweite ausgelegt. Solche Bleie haben meist eine Torpedoform.
Kugelblei:
Diese Bleie eignen sich besonders für die Selbsthakmontage, da der Fisch beim Anheben der Montage das gesamte Gewicht des Bleis anhebt und sich somit leicht hakt.
Strömungsblei:
Diese Bleie eignen sich für Gewässer mit Strömung. Dort halten sie die Montage an ihrem Platz. Es gibt Bleie mit Wirbel oder Inline Bleie. Blei mit einem sogenannten Anti-Tangle Schlauch verhindern weitestgehend ein Verheddern der Montage und bieten weite Würfe.
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Montagen:
Natürlich ist auch hier die Vielzahl der Montagen kaum zu überschauen. Deshalb möchte ich hier einige Montagen näher erklären. Für sich selbst die richtige Montage zu finden ist schwer, da jeder Angler behauptet, seine Montage sei die beste und einzig richtige. Anfängern rate ich, zuerst mit einer sog. Sidehooking Montage zu fischen.
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Köder:
Für Karpfen gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Ködern. Anfängern fällt es oft schwer den richtigen Köder zu finden. Jeder Angler schwört auf seinen Köder und jeder hat einen besseren Köder als der andere.
Neben der Möglichkeit das Futter fertig im Laden zu kaufen, gibt es auch die Möglichkeit Futter oder Boilies selber herzustellen. Hier habe ich einige Boilierezepte zusammengestellt. Neben Boilies gibt es auch Partikelköder, mit denen man hervorragend auf Karpfen fischen kann. Einige fänige Köder sind Tigernüsse, Erdnüsse, Kichererbsen, Würmer, Frühstücksfleisch, Brotflocken, Frolic, Mais oder Hakenteig.
Viele Partikelköder müssen allerdings einweichen. Dies geschieht für ca. 24 Stunden in einem Eimer. Die gewünschte Menge in den Eimer geben und ca. 5 cm mit Wasser bedecken. Nach dem Einweichen werden die Köder je nach Art 5 bis 10 Minuten gekocht. Anschließend können diese Köder natürlich noch eingefärbt werden oder es können verschiedene Geruchs- und Geschmacksstoffe beigemischt werden.
Für mehr Informationen zum Thema Köder oder Boilies bitte dem Link folgen.
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Platzwahl:
Nun kommt die Wahl der Angelstelle. Karpfen können in stehenden oder fließenden Gewässern gefangen werden. Auch Kanäle können gute Karpfen bringen. Hier möchte ich nun einige Plätze näher beschreiben.
Stehende Gewässer:
Hier werden meist kleine bis mittelgroße Karpfen gefangen. Vor dem eigentlichen Angeln ist es ratsam, geeignete Plätze zu suchen. Es bringt nichts, wenn man mit dem richtigen Gerät und dem perfekten Köder an der falschen Stelle sitzt. Erfolgsversprechend sind:
Muschelbänke, Seerosenfelder, Schilfbänke, Wasserein- oder ausflüsse, Unterwasserhindernisse oder Plateau´s.
Fließende Gewässer:
Gute Stellen sind Buchten, Kurven, Abschnitte vor oder hinter mehreren Buhnenfeldern, Häfen, Mulden, Bodenunebenheiten, Muschelbänke und Einmündungen.
Kanal:
Hier ist es schwerer geeignete Stellen zu finden. Das Ufer ist meist monoton und so fallen nur wenige Hotspot´s auf. Gute Stellen sind: Wendebecken, Häfen, Schleusen oder Abzweigungen.
Auch das Befragen anderer Angler oder in Angelgeschäften in der Nähe kann bei der Suche nach der richtigen Stelle hilfreich sein. Nachdem die richtige Stelle dann gefunden ist, sollte über einige Tage angefüttert werden. Ich würde zur gleichen Zeit anfüttern wie ich später auch meinen Angeltag beginnen möchte.
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Zubehör:
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Kescher:
Der Karpfenkescher sollte groß sein, um auch größere Fische problemlos zu keschern. Die Bügelweite kann ruhig 1 Meter betragen. Im Handel gibt es auch hier wieder Kescher die speziell für das Karpfenfischen geeignet sind.
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Bissanzeiger:
Wer nicht gerade mit Pose fischt, kommt um einen Bissanzeiger nicht herum. Es gibt unterschiedliche Arten von Bissanzeigern.
Zunächst gibt es elektronische Bissanzeiger, die einen Biss über einen Ton und eine Leuchtdiode melden. Gerade beim Nachtangeln sind diese Bissanzeiger besser geeignet. Ein weiterer Vorteil der elektronischen Modelle ist die Möglichkeit, eine Sounderbox anzuschließen. So bemerkt man den Biss auch wenn man im Zelt liegt. Mittlerweile sind auch einige gute Systeme die über Funk arbeiten im Handel erhältlich. Das erspart lästiges Kabelverlegen.
Eine günstigere Alternative sind die optischen Bissanzeiger, zu denen Swinger, Springer oder Hänger gehören. Diese werden in die Schnur gehangen und zeigen so die Bisse an.
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Rodpod:
Ein Rodpod dient als Rutenablage, des weiteren können dort die Bissanzeiger montiert werden. Wichtig ist, dass das Rodpod stabil steht und sich zum Transport platzsparend verpacken lässt.
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Futterschleudern oder Wurfrohre:
Futterschleudern eignen sich zum Anfüttern auf kurze bis mittlere Distanz, Wurfrohre kommen bei großen Distanzen zum Einsatz.
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Abhakmatte:
Auf dieser Matte wird der Karpfen vom Haken befreit. In manchen Matten kann der Fang sogar gewogen werden. Wichtig bei der Abhakmatte oder auch Unhooking Mat ist die Polsterung, die den Fisch vor Verletzungen schützen soll.
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Bedchair oder Karpfen Stuhl:
Ein Bedchair ist eine Liege auf der man Nachts hervorragend schlafen kann. Diese Bedchairs gibt es in unterschiedlichen Preisklassen. Hier würde ich ebenfalls auf Qualität, gute Verarbeitung und platzsparenden Transport achten. Dieses Zubehör lohnt sich allerdings erst dann, wenn regelmäßig auch über Nacht gefischt wird. Sonst tut es auch eine Gartenliege. Als Stuhl sollte auch ein Stuhl gewählt werden auf dem man eine Zeit schmerzfrei und gemütlich sitzen kann.
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Futterboot:
Futterboote dienen zum Transport des Köders zur Montage. Mit dem Boot ist es möglich, genau anzufüttern. Auch schwer zugängliche oder weit entfernte Stellen können so erreicht werden. Das Futter kann so sehr leise eingebracht werden. Einige Futterboote sind sogar mit Echolot und Licht ausgestattet. Es gibt im Handel bereits fertig aufgebaute Boote, der Preis liegt zwischen 500 und 1500 Euro. Wer mag, kann sein Boot auch selbst bauen. Anleitungen gibt es im Internet. Ein Selbstbau kostet aber noch immer ca. 250 Euro.
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