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Die Quappe - Lota lota

Die Quappe, Aalrutte auch im Trüsche (wie sie im Bodenseegebiet genannt wird) ist der einzige Süßwasserfisch unter den Dorschartigen. Lokal geläufige, weitere Namen sidn Aaalquappe, Ruppe, Aalruppe, Treische, Quappaal und Rufolken.

Die Quappe
Ausgewachsenes Exemplar einer Quappe aus dem Walchensee in Bayern (Photo:Achim R. Schloeffel, GNU-Free Documentation License,
Quelle: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Tr%C3%BCsche_Walchensee.jpg&filetimestamp=20050731092020)

Merkmale der Quappe

Die Quappe ist der einzige Süßwasserfisch unter den Dorschartigen und von daher leicht an den für Dorsche typischen Merkmalen von allen anderen mitteleuropäischen Süßwasserfischen leicht zu unterscheiden: Die kehlständigen Bauchflossen sind vor den Brustflossen angeordnet. Es gibt 2 Rückenflossen, wobei die vordere Rückenflosse viel kleiner ist als die hintere. Der hinteren Rückenflosse gegenüber, d.h. auf der Bauchseite, befindet sich eine nicht ganz so große Afterflosse. Die relativ kleine Schwanzflosse ist abgerundet. Alle Flossen haben nur Weichstrahlen. Die Flossenformel für die Quappe ist also: Rückflosse nr.1: 12-14 Weichstrahlen, Brustflossen jeweils 18 bis 20, Bauchflossen 5 bis 6, Afterflosse 66-70, Schwanzflosse 36 bis 40. An der Unterlippe gibt es einen einzigen, dicken Bartfaden, außerdem seitlich der beiden Nasenlöcher je eine ganz kurze, dünne Bartel.

Weitere Merkmale: Der Körper der Quappe ist sehr langgestreckt und seitlich etwas zsuammengedrückt. Der Kopf ist breit und abgeflacht, das Maul ist sehr breit und unterständig mit dicken Lippen. Die Grundfärbung des Körpers ist graubraun oder oliv-gelblich, darüber sieht man unregelmäßige dunkle Flecken, die sich auch auf den Flossen fortsetzen. Bie manchen Exemplaren verlaufen die Punkte zu linienförmigen Mustern, was ihnen ein marmoriertes Aussehen verleiht. Die Körperflanken sind etwas heller, der Bauch weißlich bis gelb. Junge Quappen haben eine sehr dunkle Körpertönung, mit zunehmendem Alter werden die Farben blasser. Ausgewachsene kapitale Exemplare zeigen dann das typische Marmormuster auf olivgelbem Grund.

Ausgewachsene, geschlechtsreife Quappen werden im Durchschnitt 30 bis 60 cm lang. Kapitale Exemplare können aber auch schon eimal 80 bis 120 cm lang werden, ist dann aber nur 6 bis 10 kg schwer.

Verbreitung

Die Quappe ist in fast ganz Europa heimisch, ausgenommen ist die Iberische Halbinsel, Südwestfrankreich, Italien, der Westbalkan, Griechenland, Island, Irland, Wales, Cornwall, West- und Nordengland sowie Schottland. Außerdem fehlt die Quappe im Südwesten Norwegens und in Norwegen nördlich des Polarkreises. Sie fehlt im Gebiet rund um den Ural, kommt dann aber wieder bis zum Baikalsee und im Amurgebiet vor. Sie kommt auch in Nordamerika vor. Daher nimmt man, dass sie ursprünglich eine circumpolare Verbreitung also rund um die Arktis und Subarktis hatte. Diese Dorschart muss zu Beginn des Quartärs vom Meer in das Süßwasser abgewandert sein.

Die Quappe in ihrem Lebensraum

Die Quappe lebt in größeren Flüssen, wo sie bis in die Forelleregion auf 2000 m ü.NN aufsteigen kann, und in Seen, bevorzugt in großen Wassertiefen bis zu 200 m tief, direkt über dem Grund und in Höhlen und Unterständen an steil abfallenden Ufern. Die Quappe ist dämmerungs- und nachtaktiv.

Fortpflanzung und Nahrung der Quappe

Die Männchen der Quappe werden nach 3 Jahren, die Weibchen nach 4 Jahren geschlechtsreif.Die Laichzeit liegt zwischen November bis März, also über den Winter (dann gilt aber auch in einigen Bundesländern Schonzeit für die Quappe, am Bodensee darf sie allerdings ganzjährig gefangen werden). Junge Quappen, die die Geschlechstreife erreicht haben, steigen dabei über kruze Strecke in stromauf liegende Flussabschnitte auf, ältere Quappen laichen dagegen an Ort und Stellen in ihren Seen ab. Pro kg Rogner können bis 1.000.000 Eier gelegt werden! Es werden kleine Eier von etwa 0,8 bis wenig über 1 mm Durchmesser abgelegt, die an dank einer kleinen Ölkugel im Ei direkt über dem Bodengrund in geringem Abstand schweben. Die nur 4 mm großen Fischlarven schlüpfen nach 4 bis 6 Wochen. Wenn die zunächst freischwebenden Larven eine Größe von etwa 7 mm erreichen, egehen sie allmählich zum Bodenleben über. Dei Jungfische halten sich in den ersten Monaten unter Steinen in Ufernähe auf, erst später wandern sie in größere Gewässertiefen ab.

Quappen leben tagsüber versteckt und gehen erst nachts auf Nahrungssuche. Junge Quappen leben dabei von Insektenlarven, Würmern und ähnlichem am Boden lebenden Kleingetier, die ausgewachsene Exemplare sind Fisch- und Laichräuber, die in ihrer Fressgier auch nicht vor Kannibalismus zurückschrecken.

Wirtschaftliche Bedeutung

Das Fleish der Quappe ist sehr begehrt, vor allem die große, fette Leber wird von Feinschmeckern sehr geschätzt. So sll eine Äbtissin von der Reichenau einst große Teile der Ländereien verschenkt haben, um als Gegenleistung täglich eine frische Quappenleber serviert zu bekommen. Enstprechend groß ist auch heute noch die wirtschaftliche Bedeutung für die Berufsfischerei. Sie widr vor allem in Nord- und Osteuropa in rgoßen Mengen gefangen, dabei kommen Zugentze, Stellnetze oder reusen zum Einsatz. Vor dem Verzehr sollte man darauf achten, dass die Fische gut durchgebraten werden, da viele mit dem auch für den Menschen nicht ungefährlichen Fischbandwurm infiziert sind.

Die Quappe in der Sportfischerei

Das Angeln auf Quappen wird von den Sportfischern nicht sehr geschätzt - zu Unrecht! Denn hat man den richtigen Platz, dort wo das Seeufer steil abfällt bis auf 20 oder 30 m Wassertiefe und die nötieg Geduld, um viele Stunden bsi zum Einsetzen der Dämmerung zu warten, so kann man mit der Grund- oder einer Reiehnangel (Legangel), bestückt mit Würmern, Innereien von Fischen oder kleinen Köderfischen, regelrechte Beutzüge pro Nacht machen. Fischfetzen oder Innereien werden in kleinen Leinensäckchen angeboten, die mit Duftstoffen (z.B. Heringsöl) markiert werden. Die Rute sollte rund 3 m lang sein mit stablier Stationärrolle und starker Schnur (30er bis 40er), der Haken 1/0 bis 3/0. Die beste Fangzeit liegt dabei nach dem Ende der Laichzeit, also ab März, April bis in den Mai.