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Der Golden Mahseer

Unsere Flußbarbe gehört bekanntlich zu den Karpfenartigen Fischen. In Südostasien gibt es eine riesige Zahl weiterer Barbenarten, die aber meist sehr klein bleiben und auch bei uns zu den beliebtesten Aquarienfischen gehören. In die gleiche Gruppe gehören die Riesenbarben der Gattung Tor - oder Mahseer, wie sie auf dem indischen Subkontinent genannt werden.

Der Mahseer oder Mahasher, wie er in Nordindien heißt, kommt in mehreren Arten und Unterarten vor. Maha, das bedeutet groß und sher ist der Löwe, da der Fisch sich in den Wildwassern des Himalaya stromauf kämpft. Ursprünglich stammt das Wort Mahseer wohl aus dem Sanskrit ab und bezeichnet damit den Tiger of Waters. Auch Maha-salka werden sie genannt, und das bedeutet, large scaled, denn die Fische haben sehr große Schuppen. In der Seitenlinie erreichen die goldumrandeten Schuppen des Golden Mahseer Handgröße. Früher wurden daraus in Indien sogar Spielkarten gefertigt. Nach anderer Lesart bedeutet Mahseer einfach großes Maul, und das hat er wahrhaftig!

Der Golden Mahseer ist der unbestrittene König unter den Fischen der Himalayaregion. Mit bis zu 2,75 m Körperlänge ist er der größte Karpfenfisch weltweit. Mit seinem goldfarben leuchtenden Schuppenkleid ist er sicherlich auch einer der schönsten Barben. Unter Sportanglern gilt er als ein starker Fighter, der eher mit einer Hochseeangelausrüstung als mit einer normalen Karpfenangel zu fangen ist. Britische Sportangler sprachen bereits zur Kolonialzeit vom Indian Salmon, obwohl er mit Lachsen und Forellen absolut nicht verwandt ist. Schon im 19.Jahrhundert gab es dazu in Indien spezielles Angelgerät zu kaufen. Ist für den Big Game Fisher im Indischen Ozean die Erbeutung eines 400 kg schweren Black Marlin die absolute Krönung, so ist es für den Wildwasserangler der Fang eines kapitalen Golden Mahseer.

Die verschiedenen Arten dieser Riesenbarben besiedeln recht unterschiedliche Klimazonen und Lebensräume, allen gemeinsam ist jedoch, dass sie wie die meisten Karpfenartigen Allesfresser sind. Das Nahrungsspektrum reicht von Fischen, Fröschen, Krabben und Flusskrebsen bis zu Früchten, die von überhängenden Bäumen, ins Wasser fallen. Selbst Insektenlarven und der Algenaufwuchs auf Felsen werden nicht verschmäht.

Der Himalayan oder Golden Mahseer Tor puttutora (= Barbus tor pututora) kommt in den Ausläufern der Himalayaregion von Pakistan bei Bangladesh vor und bewohnt die Oberläufe von Indus, Shyok, Beas, Ravi, Ganges, Yamuna, Mahakali, Teesta, Luhit und Dihag (dem Abschnitt des Brahmaputra, der durch in Assam fließt) zu finden. Die Körperform ist schlank und seitlich zusammengepresst, mit hervorstehendem Maul, breiten Lippen und zwei Paar Barteln. Die Schwanzflosse ist tief eingeschnitten. In der Seitenlinie gibt es 2 bis 3 vollständige Reihen sehr großer Schuppen. Die Körperfärbung ist gold - gelb entlang der Seitenpartie, der Rücken dagegen dunkelgrau. Die Flossen sind rötlich bis gelbfarben.

Golden Mahseer

Abb. 1: Ein wegen seiner goldgelbglänzenden Schuppen Golden Mahseer genannter Vertreter des Himalya Mashasher Tor putitora.
Photo: Praveen Khare under the Creative Commons Attribution 3.0 License. Februar 2008, Quelle: Wikimedia.Commons

Mahseer

Abb.2: Jungfisch eines Golden oder Himalayan Mahasher.
Photo: Khalid Mahmood. GNU-FDL, source: Wikimedia Commons.

Der Golden Mahseer bevorzugt als Kaltwasserfisch kühlere Wassertemperaturen der Oberläufe. Im Winter, wenn es dort zu kalt wird, wandert er aus der Himalayaregion stromab in wärmere Gewässerabschnitte, um dann in den Sommermonate wieder zu seinen Laichplätzen stromauf zurückzukehren. Er ist ein ausdauernder Schwimmer und erreicht Spitzengeschwindigkeiten von 20 bis 25 Knoten. Er wird bis zu 25 Jahre alt. Der bisherige Fangrekord liegt bei einem Gewicht von 60 kg.

Die besten Fangzeiten liegen vor und nach dem Monsun, wenn die Gewässer klar sind und eine optimale Wassertiefe haben. Der Golden Mahseer ist ein erbitterter Kämpfer. Einmal am Haken, entwickelt er eine starke Kraft. Manchmal müssen mehrere Guides den Angler halten, dami9t er nicht mit ins Gewässer gezogen wird. Der Fisch taucht zunächst in größere Wassertiefen ab, dann beginnt er in flacheren, turbulenten Flussabschnitten und Stromschnellen zu kreisen, schließlich versucht er stromauf zu entkommen. Nach 20 min ist der Kampf vorbei, und der Fisch lässt sich anlanden.

Die Populationen des Golden Mahseer sind jedoch stark gefährdet, dies gilt insbesondere für den Ganghes und sein Einzugsgebiet. Ursachen sind die Gewässerverschmutzung und Überfischung, sei es durch kommerziellen Fischfang oder durch Wilderer, die verbotenerweise mit Dynamit fischen und dabei auch die komplette Begleitfauna ruinieren. In den letzten Jahren boomen offensichtlich kommerzielle Angelsportreisen, insbesondere zum Cauvery, zum Kali und zum Mahakali River, wovon zahlreiche enthusiastische Erlebnisberichte (auch auf youtube.com ) Zeugnis ablegen. Dies ist inzwischen auch zu einem Wirtschaftsfaktor für den Tourismus in der Region geworden. Dies Potential könnte künftig genutzt werden, um dieser bedrohten Fischart eine Überlebenschance zu geben. Dazu müssen weitere Schutzgebiete ausgewiesen werden, Schonmaße und Schonzeiten sollten strikt eingehalten werden und vielleicht sogar der Bestand durch Besatzmaßnahmen langfristig gesichert werden. Denn seit 1989 schon wird der Golden Mahseer künstlich erbrütet und in Aquafarming - Anlagen erfolgreich nachgezüchtet.

Der Mahseer Conservation Trust ist ein Zusammenschluss begeisterter Sportangler, die Vorkommen und Lebensgewohnheiten des Golden Mahseer in Nordindien bestens kennen. Sie haben sich dem Fortbestand der bedrohten bestände verschrieben. Sie setzen sich dafür ein, dass diese abseits gelegenen Gewässer nur noch in Begleitung erfahrener Guides und mit der Region vertrauten Helfern aufgesucht werden dürfen. Sie bieten exclusive mehrtägige Exkursionen für begeisterte und verantwortungsbewusste Sportangler an, die Mahseer, Forellen oder Welse fangen wollen. Die Unterkünfte liegen ganz in der Nähe der Angelgewässer und inmitten einer völlig abgeschiedenen Natur. Die Tour Guides sind Einheimische aus der Region, die das Areal bestens kennen und ihr Wissen um die Fischgründe von ihren Vorvätern übernommen haben. Sie wissen abends am Lagerfeuer manch spannendes Abenteuer zu erzählen und geben ihre Tipps gerne weiter. Die Touren sind so gewählt, dass der Schutz der Natur, der behutsame Umgang mit dieser sensiblen Umwelt und Sicherheit der Gäste gesichert sind – keine Selbstverständlichkeit im Norden Indiens! Und bei allen Fängen gilt: Catch and Relaese into the Water.