Perlfisch - Rutilus frisii meidingeri

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Perlfisch

Der Perlfisch, mit wissenschaftlichem Namen Rutius frisii medingeri (früher Leuciscus meidingeri Heckel), wird regional auch Frauenfisch, graunerfling oder Maifisch genannt. Die Stammform Rutilus frisii frisii kommt in den Brackwassergebieten am Nordwestufer des Schwarzen Meeres vor. Es gibt 2 weitere Unterarten in Bulgarien (Rutilus frisii velecensis) und im südlichen Kaspischen Meer (Rutilus frisii kutum).

Merkmale des Perlfisch

Der Körper ist torpedoförmig, im Querschnitt rund. Der Perlfisch hat ein kleines, leicht schief stehendes Maul, über das die abgerundete Schnauze hinausragt. Der Perlfisch hat seinen Namen vom Laichausschlag des Männchens, der sich perlenartig über die ganze obere Kopf- und Körperpartie hinzieht. Mitunter sieht man diesen körnigen Besatz sogar auf der Schwanz- und Rückenflosse.

Der Rücken ist dunkel olivgrün, die Flanken sind heller, der Bauch silbrig glänzend. Die Rücken-, Schwanz- und Brustflossen sind grau, Bauch- und Afterflossen leicht rötlich gefärbt. In der Laichzeit ist die ganze Bauchseite hell rötlich gefärbt.

Schuppenformel: Entlang der Seitenlinie 62 bis 67 Schuppen, oberhalb der Seitenlinie liegen 9 bis 10 Schuppenreihen, unterhalb 5 bis 6. Flossenformel: Rückenflosse III/8-9, Brustflossen jeweils I/16-17, Bauchflossen jeweils II/8-9, Afterflosse III/9-11 und Schwanzflosse 19.

Der Perlfisch wird durchschnittlich 40 bis 60 cm, maixmal 70 cm lang.

Verbreitung

Der Perlfisch kommt im Chiemsee (Bayern) und auf österreichischem Gebiet im Traun-, Atter- und Mondsee, sowie in den Zu- und Abflüssen dieser Seen vor. Es soll weitere Populationen in der Donau in Oberösterreich und der Slowakei geben. Das fast zum Erliegen gekommene Vorkommen des Perlfisches im Chiemsee wird derzeit durch gezielte Besatzmaßnahmen wieder aufgestockt.

Lebensraum des Perlfisch

Perlfische ziehen größere Wassertiefen in den Seen vor und meiden den Uferbereich. Durch Gewässerverschmutzung sind die Bestände gefährdet.

Fortpflanzung und Nahrung

Der Perlfisch laicht in Gruppen von Ende April bis Mai in den Zu- und Abflüssen der Seen, bevorzugter Laichgrund sind flache, kiesige Stellen. Dabei kommen im Laichschwarm 3 bis 4 Männchen auf 1 Weibchen. Die laichreifen weiblichen Fische sind durchschnittlich 1,5 bis 2 kg schwer, Männchen bleiben mit etwa 1 kg etwas kleiner.

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Fische wurden früher nur während und nach der Laichzeit von Berufsfischern in den Zu- und Abflüssen der Seen erbeutet.

Bedeutung des Perlfisch Sportfischerei

Früher bei Sportanglern ein sehr beliebter Fisch, da er lange und ausdauernd kämpft, dazu wurde die Grundangel benutzt. Heute ist der Perlfisch in Bayern und in Österreich ganzjährig geschützt.