Zobel Ballarus sapa (PALLAS, 1814)

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Zobel

Der Zobel, mit wissenschaftlichem Namen Ballarus sapa, früher Abramis sapa, ist ein Vertreter der Karpfenfische (Cyprinidae). Andere, regional gebräuchliche Namen sind Scheibpleinzen, Pleinzen, Steinbrachsen, Dornbrachsen, Sape und Kanov. Der englische Name ist White-Eye Bream.

Zobel
Zobel (Zsoldos Márton, (Zeichnung:Pallas, Public Domain,
Quelle:http://www.briancoad.com/species%20accounts/Abramis.htm)

Merkmale der Zobel

Der Körper ist hochrückig, seitlich etwas zusammengedrückt und ähnelt der Blikke und dem Brachsen (Zobel wurden früher auf dem Münchner Wochenmarkt daher auch als Halbrachsen angeboten). Am ehesten kann der Zobel jedoch mit seinem nächsten Verwandten, der Zope, verwechselt werden. Die Schnauze ist stumpf und oben deutlich gewölbt mit leicht unterständigem Maul (Eine Reihe Schlundzähne 5-5). Die Augen sind auffallend groß. Der untere Teil der Schwanzflosse ist ausgezogen, also deutlich länger als der obere Lappen . Die Grundfärbung des Körpers ist hell silber- bis schmutzig - grau, silbrig – perlmutterartig glänzend, der Rücken etwas dunler, die Bauchunterseite weißlich. Die Flossen sind weißlich - grau, der Außenrand der Rücken- und der Schwanzflosse dunkel grau bis schwarz. Ausgewachsene Zobel sind durchschnittlich 20 bis 30 cm großmit einem Gewicht zwischen 700 und 800g, maximal 35 cm.

Schuppenformel: Entlang der Seitenlinie 49 bis 52 Schuppen, oberhalb der Seitenlinie 10 bis 11 Schuppenreihen, unterhalb 8 bis 10 Schuppenreihen. Flossenformel: Rückenflosse III / 8 (III= 3 Hart- oder Stachelstrahlen / 8 Weich- oder Gliederstrahlen), Brustflossen jeweils I/15, Bauchflossen je II/8, Afterflosse III/38-45, Schwanzflosse 19).

Vorkommen

Westgrenze des Verbreitungsgebiet ist die Donau mit Einzugsgebiet, im Osten reicht das Vorkommen des Zobel bis an den Ural und bis zum Kaspischen Meer, außerdem auch im Ilmensee und im Wolchow in Nordwesten von Russland. In der Donau kommt der Zobel stromauf bis Donauwörth vor. Unterhalb von Wien findet man ihn auch in den Zuflüssen zur Donau. In Deutschland vereinzelt auch in anderen Fließgewässern bis zu einer Höhe von 600 m ü.NN. . Früher war der Zobel auch im Ostseeraum verbreitet und wanderte von dort zur Laichzeit in die Unterläufe der Flüsse.

Lebensraum der Zobel

Der Zobel hält sich meist in Schwärmen in Bodennähe größerer Fließgewässer und Seen auf. Die Populationen in Südrussland leben anadrom, sie leben im Brackwasser, steigen aber zum Überwintern und zur Laichzeit in die Unterläufe von Wolga, Don, Dnjepr und Dnjestr auf.

Fortpflanzung und Nahrung

Zobel ernähren sich von Wirbellosen der Bodenzone (Schnecken, Insektenlarven und Würmer), seltener auch von Wasserpflanzen. Jungfische schnappen auch nach Mückenlarven der Freiwasserzone. Zobel erreichen im Alter von 3 bis 4 Jahren die Geschlechtsreife. Zur Laichzeit zwischen April und Mai zeigen die Männchen einen Laichausschlag auf dem ganzen Körper, sogar auf den Innenkanten der Brust- und Bauchflossenstrahlen. Bevorzugte Laichplätze sind dichte Pflanzenbestände in Fließgewässern. Pro Weibchen werden 30.000 bis 100.000 Eier abgelegt. Die Jungfische wachsen nur recht langsam heran.

Wirtschaftliche Bedeutung

Der Zobel wird nicht gezielt befischt und fischereiwirtschaftlich kaum genutzt, da das Fleisch sehr grätenreich ist. Die Schuppen wurden früher zu Perlessenz verarbeitet. In Südosteuropa wird jedoch auch als Speisefisch verwendet, vor allem als Trockenfisch.

Sportfischerei

Zobel werden in der Regel nicht gezielt befischt, da das Fleisch grätenreich und nicht sehr wohlschmeckend ist. Der Geschmack soll an Karpfen aus muffigen, nicht ganz einwandfreien Gewässern erinnern.

Zobel
Zobel aus dem Fluss Tsiza in Ungarn, (Photo:Harka, Akos, Creative Commons Attr. 3.0 Unported,
Quelle: http://www.fishbase.org/Photos/ThumbnailsSummary.php?ID=23045#)